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Betonvasen selber machen – Schritt-für-Schritt-Anleitung

Betonvasen selber machen: Schritt für Schritt Anleitung

Eine Betonvase aus eigener Hand ist mehr als ein Dekoobjekt. Sie ist ein Unikat. Keine Vase gleicht der anderen, weil Beton lebt: Er nimmt die Form der Gussform an, zeigt Poren, Texturen und kleine Unvollkommenheiten, die jedes Stück unverwechselbar machen. Genau das macht den Reiz. Wer einmal eine Betonvase selbst gegossen hat, versteht schnell, warum dieses Material so viele begeistert.

Das Projekt ist zugänglicher als viele vermuten. Die Grundzutaten sind günstig, das Werkzeug ist überschaubar, und die Technik lässt sich ohne Vorkenntnisse erlernen. Was Geduld braucht, ist die Trockenzeit. Die lässt sich gut verschlafen.

Dieser Leitfaden führt durch den gesamten Prozess: von der Materialauswahl über das Gießen bis zur Oberflächenbearbeitung. Am Ende steht eine Vase, die jede Ablage, jeden Tisch und jedes Regal aufwertet.

Auf einen Blick: Betonvasen selber machen gelingt mit einfachen Mitteln. Die wichtigsten Faktoren sind die richtige Betonmischung, eine gut vorbereitete Form und ausreichend Trockenzeit. Das Projekt dauert etwa 30 Minuten aktive Arbeitszeit plus 24 bis 48 Stunden Wartezeit.
Betonvasen Inspirationen
Betonvasen Inspirationen

Materialien und Werkzeug

Bevor es losgeht, lohnt sich ein Blick auf die Materialwahl. Nicht jeder Beton eignet sich für filigrane Vasen. Der Unterschied liegt in der Körnung. Je feiner die Korngröße, desto glatter und detailreicher wird die Oberfläche.

  • Bastel-Beton oder Gießbeton mit feiner Körnung (0 bis 2 mm) für glatte Oberflächen und filigrane Formen. Im Bastel- oder Baumarkt erhältlich, ca. 4 bis 6 Euro pro kg
  • Zwei Gussformen: eine äußere und eine innere. Klassische Kombination sind zwei Joghurtbecher oder Plastikdosen in unterschiedlichen Größen
  • Trennmittel wie Speiseöl, Backpapierspray oder Vaseline. Verhindert, dass Beton an der Form klebt
  • Mörtelrührer oder Quirl für eine klumpenfreie Masse. Zur Not geht auch ein stabiler Kochlöffel
  • Messbecher und Waage für das korrekte Mischverhältnis
  • Spachtel zum Glätten der Oberfläche und Entfernen von Luftblasen
  • Chemikalienfeste Handschuhe und Schutzbrille sind Pflicht beim Umgang mit frischem Beton
  • Schleifpapier in 240er und 400er Körnung für die Nachbearbeitung
  • Abdeckplane oder Zeitungspapier zum Schutz der Arbeitsfläche
⚠️ Achtung: Frischer Beton und Zement sind stark alkalisch (pH-Wert über 12) und können bei längerem Hautkontakt Verätzungen verursachen. Immer Schutzhandschuhe tragen, auch bei kurzen Arbeitsschritten. Eine Schutzbrille verhindert Spritzer in die Augen.
Materialien für die Erstellung für Betonvasen
Materialien für die Erstellung für Betonvasen

Die richtige Form wählen

Die Form bestimmt die Vase. Das klingt selbstverständlich, aber es lohnt sich, hier kreativ zu denken. Prinzipiell eignet sich fast alles als Gussform, solange es dem Gewicht des Betons standhält und sich nach dem Aushärten entfernen lässt.

Formtyp Geeignet für Entformen Kosten
Joghurtbecher / Plastikdosen Zylindrische, einfache Formen Leicht, Plastik lässt sich einschneiden Kostenlos
Silikonformen Filigrane Details, ungewöhnliche Formen Sehr leicht, einfach abziehen 5 bis 20 Euro
Blechdosen Zylindrische Vasen mit industriellem Charakter Mittel, Dose aufschneiden Kostenlos
Tetrapack-Verpackungen Eckige, quaderförmige Vasen Leicht, Karton einreißen Kostenlos
Holzrahmen (selbst gebaut) Große, geometrische Formen Aufwendig, Schrauben lösen Geringer Materialeinsatz
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Für eine klassische Betonvase mit Hohlraum braucht man zwei ineinanderpassende Formen: Die äußere Form gibt den Durchmesser der Vase vor, die innere Form schafft den Hohlraum für die Blumen. Zwischen beiden entsteht die Betonwand. Als Faustregel gilt: Die Wandstärke sollte mindestens 1 bis 1,5 cm betragen, damit die Vase stabil bleibt.

💡 Tipp: Zwei Joghurtbecher in unterschiedlichen Größen sind der klassische Einstieg. Den kleineren Becher mit Sand oder Wasser befüllen, damit er beim Gießen nicht aufschwimmt. Mit einem Stein oder Gewicht beschweren.

Beton anmischen

Die Konsistenz der Betonmasse entscheidet über das Ergebnis. Zu flüssig, und die Vase wird porös und instabil. Zu trocken, und die Masse lässt sich nicht vollständig in die Form füllen. Das Ziel ist eine Konsistenz ähnlich wie dicker Joghurt: glatt, zähfließend, ohne Klumpen.

  1. Schutzausrüstung anlegenHandschuhe und Schutzbrille anlegen, bevor das Betonpulver geöffnet wird. Abdeckplane auslegen.
  2. Trockenmasse abwiegenDie benötigte Menge Bastel-Beton in einen sauberen Eimer geben. Für eine mittelgroße Vase (ca. 12 cm hoch, 8 cm Durchmesser) reichen etwa 300 bis 400 g Trockenmasse.
  3. Wasser portionsweise hinzufügenWasser nach Herstellerangabe hinzufügen, meist ca. 1 Teil Wasser auf 5 Teile Trockenmasse. Immer weniger Wasser nehmen als angegeben und bei Bedarf nachgeben. Zu viel Wasser lässt sich nicht korrigieren.
  4. Gründlich rührenMit Quirl oder Mörtelrührer mindestens 5 bis 10 Minuten rühren, bis eine vollständig klumpenfreie, glatte Masse entsteht. Kurz stehen lassen und nochmals rühren.
  5. Konsistenz prüfenDie Masse sollte langsam vom Rührstab fließen, aber nicht dünn abrinnen. Ein kleiner Kleks auf der Palette sollte seine Form behalten. Wenn die Konsistenz stimmt, sofort weiterarbeiten. Beton beginnt nach ca. 20 bis 30 Minuten zu binden.

Wer Farbe in die Vase bringen möchte, mischt jetzt Eisenoxid-Pigmente in die Betonmasse. Anthrazit und Graphit ergeben das klassische Betongrau in verschiedenen Tiefen, Ocker und Rostrot bringen warme Erdtöne. Die Pigmentmenge liegt meist zwischen 2 und 5 % der Trockenmasse.

Formen vorbereiten und Beton einfüllen

Bevor der Beton in die Form kommt, muss alles vorbereitet sein. Einmal angemischt, lässt sich die Arbeit nicht unterbrechen.

  1. Formen einfettenInnenseite der äußeren Form und Außenseite der inneren Form gleichmäßig mit Trennmittel einstreichen. Keine Stelle auslassen. Wo kein Trennmittel ist, klebt der Beton.
  2. Beton einfüllenBetonmasse langsam und gleichmäßig in die äußere Form füllen, etwa 1 bis 2 cm hoch als Boden. Dann die innere Form einsetzen und mittig ausrichten.
  3. Innere Form sichernDie innere Form mit einem Klebestreifen oder Gewicht fixieren, damit sie nicht verrutscht oder aufschwimmt. Beton an den Seiten einfüllen und dabei die innere Form immer wieder überprüfen.
  4. Luftblasen entfernenDie äußere Form 15 bis 20 Mal auf die Arbeitsfläche klopfen. Danach mit einem dünnen Stab oder Schaschlikspieß durch die Betonmasse fahren, um eingeschlossene Luftblasen nach oben zu treiben.
  5. Oberfläche glättenOberfläche mit einem Spachtel abziehen und glätten. Überschüssigen Beton entfernen.
  6. Aushärten lassen24 bis 48 Stunden bei Raumtemperatur (18 bis 22°C) stehen lassen. Nicht bewegen, nicht erschüttern. Direkte Sonneneinstrahlung und Zugluft vermeiden, beides lässt Beton zu schnell trocknen und begünstigt Risse.
💡 Tipp: Nach 24 Stunden ist der Beton entformbar, aber noch nicht vollständig ausgehärtet. Die Endfestigkeit erreicht er erst nach mehreren Wochen. Für Dekozwecke ist das aber irrelevant. Behutsam vorgehen beim Entformen.

Entformen und Nachbearbeiten

Der spannendste Moment: die Form wird entfernt und die Vase kommt zum Vorschein. Ruhig und behutsam vorgehen, auch wenn die Neugier groß ist.

  1. Innere Form entfernenDie innere Form zuerst herausziehen oder durch leichtes Drehen lösen. Bei Plastikformen hilft es, sie leicht zusammenzudrücken. Falls sie festsitzt, kurz in lauwarmes Wasser tauchen.
  2. Äußere Form entfernenDie äußere Form vorsichtig abziehen oder aufschneiden. Bei Plastik: mit einer Schere einschneiden und abschälen. Bei Silikon: einfach abziehen.
  3. Oberfläche beurteilenLuftblasen, Risse und Unebenheiten sind normal und gehören zum Charakter handgemachter Betonstücke. Größere Löcher können mit etwas angemischtem Restbeton aufgefüllt werden.
  4. SchleifenKanten und raue Stellen mit 240er Schleifpapier glätten. Für eine feinere Oberfläche anschließend mit 400er Körnung nachschleifen. Nassschliff ergibt glattere Ergebnisse als Trockenschliff.
  5. Versiegeln (optional)Wer die Vase direkt mit Wasser befüllen möchte, trägt innen eine wasserfeste Versiegelung auf oder verwendet einen Glaseinleger. Außen schützt ein hydrophobierendes Spray vor Flecken.
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DIY Betonvasen
DIY Betonvasen

Oberflächengestaltung und Variationen

Die Grundform ist erst der Anfang. Mit wenigen zusätzlichen Handgriffen entstehen völlig verschiedene Charaktere, von der glatten, minimalistischen Galerie-Vase bis zur rustikalen Industrial-Vase mit sichtbaren Poren und Einschlüssen.

  • Polierte Oberfläche: nach dem Schleifen mit Bienenwachs oder Betonöl einreiben. Das Material bekommt einen leichten Glanz und wird wasserabweisender
  • Rustikale Poren: Luftblasen beim Gießen bewusst stehen lassen. Ergibt die typische Industrial-Optik mit lebendiger, unregelmäßiger Textur
  • Metallic-Effekte: nach dem Aushärten mit Metallic-Spray oder Kupferpaste partiell behandeln. Besonders wirkungsvoll an Kanten und Reliefstrukturen
  • Textilabdrücke: Spitze, Jutesack oder grobes Leinen in den feuchten Beton drücken und nach dem Aushärten entfernen. Hinterlässt ein negatives Muster in der Oberfläche
  • Marmorierter Effekt: zwei verschiedenfarbige Betonmassen nacheinander einfüllen und mit einem Stab einmal kurz durchziehen. Nicht mehr rühren, die Marmorierung entsteht beim Aushärten
Technik Aufwand Ergebnis Geeignet für
Glatt schleifen und wachsen Gering Modern, minimalistisch Wohnzimmer, Sideboard
Poren sichtbar lassen Kein Zusatzaufwand Rustikal, Industrial Regal, Schreibtisch
Metallic-Spray Gering Edel, dekorativ Tisch, Fensterbrett
Textilabdruck Mittel Organisch, handgemacht Alle Bereiche
Marmorierung mit Pigmenten Mittel Einzigartig, künstlerisch Statement-Piece

Häufige Fehler und wie man sie vermeidet

Selbst geübte DIY-Enthusiasten machen beim ersten Betonprojekt Fehler. Die häufigsten sind vorhersehbar und mit etwas Wissen leicht zu umgehen.

✅ Vorteile❌ Nachteile
Zu viel Trennmittel schadet nicht, lieber zu viel als zu wenigZu wenig Trennmittel führt dazu, dass die Form am Beton klebt und beim Entformen Stücke ausbrechen
Langsames Rühren und ausreichend Zeit nehmen ergibt klumpenfreie MasseZu wenig Rühren hinterlässt Klumpen, die sichtbare Fehlstellen in der Oberfläche erzeugen
48 Stunden warten lohnt sich, die Vase kommt besser aus der FormZu früh entformen führt zu Rissen und Ausbrüchen, da der Beton noch nicht ausreichend stabil ist
Wenig Wasser in der Mischung gibt stabileren BetonZu viel Wasser macht den Beton porös und instabil, dieser Fehler ist nicht korrigierbar
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Wer seine selbst gemachten Betonvasen dann in Szene setzen möchte, findet in unserem Artikel über Dekoideen mit Betonvasen und Metallobjekten konkrete Styling-Tipps für jeden Raum. Passende Accessoires für den Industrial-Look zeigt der Beitrag Industrial Style Accessoires.

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Häufige Fragen

Für Betonvasen eignet sich Bastel-Beton oder Gießbeton mit feiner Körnung (0 bis 2 mm). Er ergibt glattere Oberflächen als handelsüblicher Fertigbeton und lässt sich präziser in filigrane Formen füllen. Im Bastelgeschäft oder Baumarkt ist er für etwa 4 bis 6 Euro pro Kilogramm erhältlich.
Trennmittel gleichmäßig auf alle Flächen auftragen, die mit dem Beton in Berührung kommen. Speiseöl, Backpapierspray oder Vaseline funktionieren gut. Keine Stelle auslassen, denn wo kein Trennmittel ist, klebt der Beton und reißt beim Entformen aus.
Mindestens 24 Stunden, besser 48 Stunden bei Raumtemperatur (18 bis 22°C). Kälte und Zugluft verlängern die Trockenzeit, direkte Wärme kann Risse verursachen. Die Vase fühlt sich nach 24 Stunden fest an, ist aber innen noch nicht vollständig durchgehärtet.
Unversiegelter Beton ist leicht porös und nimmt Feuchtigkeit auf, was auf Dauer Flecken hinterlassen kann. Für frische Blumen empfiehlt sich ein Glasgefäß als Einleger oder eine Versiegelung mit wasserfestem Lack auf der Innenfläche. Trockenblumen und Zweige können direkt ohne Einleger verwendet werden.
Kleine Luftblasen gehören zum Charakter handgemachter Betonstücke und sind kein Fehler. Größere Fehlstellen lassen sich mit etwas frisch angemischtem Restbeton auffüllen und nach dem Aushärten glattschleifen. Risse entstehen meist durch zu schnelles Trocknen oder zu viel Wasser in der Mischung.

Letzte Aktualisierung am 1.08.2026 / Affiliate Links* / Bilder*, Produkttexte und Preise von der Amazon Product Advertising API - keine Gewähr / Platzierung nach Amazonverkaufsrang

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  • Beitrags-Kategorie:DIY
  • Beitrag zuletzt geändert am:31. Juli 2026